Zum Hauptinhalt springen

LeserreaktionenWir erleben die Jungen als flexibel und solidarisch

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Lehrabschluss ohne Prüfungen? Eine gute Idee, findet Leserin Katrin Thalmann
Lehrabschluss ohne Prüfungen? Eine gute Idee, findet Leserin Katrin Thalmann
Getty Images

Zu «Gibt es den Lehrabschluss wegen Corona ohne Prüfung?»

Und all das soll nichts wert sein?

Die Lehrabschlussprüfungen ausfallen zu lassen, wäre keine schlechte Lösung. Wir führen ein KMU und bilden Lernende aus. Es käme uns nie in den Sinn, Berufsleute aus diesem Abschlussjahr zu benachteiligen. Die Lernenden arbeiten seit knapp drei bzw. vier Jahren in den Lehrbetrieben. Sie haben Berufsschule, Branchenkunde und ÜK besucht und wurden von ihren Vorgesetzten ausgebildet und benotet. Und all das soll nichts wert sein? Geprüft werden die Jungen aktuell vom Leben: Sie bleiben wegen Kurzarbeit und Geschäftsschliessungen zu Hause oder lassen sich intern umteilen. Sie sind beim Homeschooling dabei oder verpassen es, wenn ihre Arbeitskraft im Betrieb dringend gebraucht wird (Lebensmittel, Pflege). Nicht wenige hüten jüngere Geschwister oder kaufen für ältere Personen ein. Wir erleben die jungen Erwachsenen als flexibel, hilfsbereit und solidarisch. Sie als «verschonten Jahrgang» zu bezeichnen, wird ihren Leistungen in keiner Weise gerecht.

Katrin Thalmann, Grosshöchstetten

Zu «Hans Stöckli: ‹Wir machen viele Parlamentarier hässig›»

Mir fehlt der Glaube

Hans Stöckli ist ein solider, bewährter, glaubhafter Politiker. Ich bin überzeugt, dass es ihm ein Anliegen ist, dass das Parlament zurückhaltend von seiner Notrecht-Möglichkeit Gebrauch macht. Und dass die Bundesversammlung ihre Verantwortung wahrnimmt und ihrer Aufgabe gewachsen sein wird. Hans Stöckli ist aber nicht das Parlament. Die Bundesversammlung besteht nicht nur aus Stöcklis. Da gibt es zu viele Leute, die Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein mit Besserwisserei und Eitelkeit verwechseln. Und gerade das können wir jetzt nicht gebrauchen. Hans Stöcklis Botschaft hör ich zwar, doch mir fehlt der Glaube.

Hermann Battaglia, Spiez

Bleiben Sie zu Hause, Herr Stöckli

Herr Koch und der Bundesrat machen eine Superarbeit – herzlichen Dank. Aber jetzt haben einige Politiker wieder Neidgefühle und wollen auch noch ihren Senf dazu abgeben. Unglaublich. Liebe Stände- und Nationalräte, bleibt zu Hause. Lasst die Herren ihre Arbeit machen. Und Herr Stöckli: Sie müssen ja so oder so zu Hause bleiben, denn Sie gehören zur Risikogruppe.

René Nydegger, Bern

Zitat des Tages

Hans Stöcklis Botschaft hör ich zwar, doch mir fehlt der Glaube.

Hermann Battaglia, Spiez

Zum Coronavirus

Nicht alarmierend

Die Medien und das Bundesamt für Gesundheit enthalten uns (bewusst?) wichtige Informationen vor, die uns Bürgerinnen und Bürgern helfen könnten, uns ein realistisches Bild vom Coronavirus zu machen. Bisher haben wir weder von Herrn Koch noch aus den Medien erfahren, wie viele Menschen im Zeitraum des Coronavirus gesamthaft gestorben sind. Kreislaufkollapse, Krebs, MS, Parkinson, Demenz, saisonale Grippe, tragische Unfälle — unzählige Menschen sterben täglich allein im Kanton Bern, sodass die acht Corona-Toten eigentlich nicht alarmierend sein sollten. Mit Panikmachen kann man Zeitungen gut verkaufen – und dieses Virus bietet den Medien einen gedeckten Tisch – aber ich als seriöse Zeitungsleserin wünsche mir Informationen zu allen Statistiken, die das Coronavirus relativ zu allen Todesursachen darstellen.

Linda Rickli, Münchenbuchsee

Bibbern nun alle zu Hause?

Wo sind jetzt diejenigen, welche die Landspitäler schliessen wollten? Wo sind diejenigen, welche behaupten, Spitäler müssten vor allem rentieren? Wo sind jene, die unser Gesundheitssystem krank-sparen wollten? Wo sind die Armeeabschaffer? Wo sind die, welche sagten: «Macht aus dem Staat Gurkensalat»? Wo sind jene, die schweizerische Produkte als zu teuer befanden und alles billigst im Ausland beschaffen wollten? Wo sind die, welche die Produktion von überlebenswichtigen Produkten aus purer Gewinnsucht nach China verscherbelten? Wer kritisiert jetzt noch, dass der Bund immer zu pessimistisch budgetierte und dann die Milliardenüberschüsse nicht sofort verteilte, sondern zur Schuldenreduktion verwendete? Wer wirft Ueli Maurer vor, er sei ein ewiger Pessimist und Erbsenzähler? Bibbern nun all diese Leute zu Hause wegen des Coronavirus und hoffen, der Bundesrat möge doch alles richtig machen? Man hört von all diesen Besserwissern nichts mehr.

Fritz Eyer, Wichtrach

Zur Leserreaktion «Missachtete Patientenverfügung» von Elisabeth Haupt

Gesetzgeber ist gefordert

Frau Haupt spricht ein verbreitetes Problem an: Wenn ein Patient nicht mehr ansprechbar ist, wird seine Patientenverfügung missachtet. Die Angehörigen können das nicht verhindern. Offensichtlich sind die konservativen Kreise und die kommerziellen Interessen der Spitäler stärker als der Wunsch zahlreicher Menschen, in Würde sterben zu dürfen. Der Gesetzgeber ist gefordert, das rasch zu ändern.

Roland Boeschenstein, Hinterkappelen