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Ein Labyrinth mit Heilkraft

Wasser, Wälder, Inseln: Auch Ex-Model Saimi hat ihr Herz unwiderruflich an die Finnische Seenplatte verloren.

Karin Huber
Der grösste See Finnlands und der viertgrösste Europas: Typische Ferienhäuser am Saimaa-See. Foto: Okapia
Der grösste See Finnlands und der viertgrösste Europas: Typische Ferienhäuser am Saimaa-See. Foto: Okapia

Über dem glasklaren Wasser schwebt eine hauchdünne Schicht Nebel, als würde der See schwitzen, abends um 23 Uhr. Zu dieser Zeit trägt der Himmel im Sommer immer noch Blau. Wenig später leuchtet er rotorange. Die Nacht bleibt aber hell. Das macht es für Mitteleuropäer schwierig, in den Schlaf zu finden. Ein später Saunagang mit Abkühlung im See hilft einzuschlafen. Gute Dienste leistet überdies eine Augenbinde. ­Erholung in der Sauna gehört zur finnischen Lebensart, gerade im Gebiet der Seenplatte.

Hier verfügt jedes Sommerhaus, sei es noch so klein, über eine Sauna, praktisch immer mit Zugang zum Wasser. Die Seenplatte, die sich zwischen Lahti und Kouvola im Süden, und Kajaani, Kuhmo und Vuokatti im Norden ausdehnt, ist ein Naturwunder. Das Labyrinth aus Seen, Inseln, Wäldern entpuppt sich als heilende Landschaft. Hier finden die Menschen leicht zu sich selbst. Über Wasser und Wäldern liegt eine wundersame Ruhe, ausser Vogelgezwitscher ist nichts zu hören.

Mit 187'000 Seen ist die Seenplatte die grösste Europas. Von Helsinki aus dauert die Busfahrt zweieinhalb Stunden bis Mikkeli, einem Städtchen mit 50'000 Einwohnern, direkt am Saimaa-See in der Provinz Ostfinnland gelegen. Der See ist der grösste Finnlands und der viertgrösste Europas. Es handelt sich aber nicht um eine einzige riesige Wasserfläche, sondern um ein System kleinerer und grösserer Seen. 14000 Inseln gibt es hier, unzählige Buchten und Wasserarme. Wege und Strassen erschliessen diese zerfurchte Landschaft.

Ein Hotel, das Stoff zum Träumen liefert

Eine abendliche Bootsfahrt im Nationalpark Linnansaari ist ein Highlight. Doch die tierische Attraktion, die grau gemusterte Saimaa-Ringelrobbe, macht sich rar. 360 Robben sollen hier noch leben, erklärt Arto Keinänen vom Sahanlahti-Resort bei Puumala.

Arto stellt Gästen Gummiboote zur Verfügung. So lässt sich der See paddelnd erkunden. Möwen kreischen, Tannen, Birken und Felsen spiegeln sich im Wasser. Die Ringelrobben verspüren im Hochsommer keine grosse Lust, sich Touristen zu zeigen. Im Mai und Juni liegen sie hingegen während Wochen faul auf den Felsen vor den Inseln. Vom Sahanlahti-Resort aus gelangt man in anderthalb Stunden zu den Okkola Holiday Cottages. Dort lebt Paula Okkola. Ihr Garten verspricht Erholung: Obstbäume, Kräuter, Gemüse, ein Baumhaus. Paula zeigt den Gästen in Backkursen, wie man die beliebten Roggenküchlein Karjalanpiirakka, gefüllt mit Reisporridge, herstellt. Serviert mit Ei und Butter schmecken karelische Piroggen köstlich.

Ein Erlebnis ist auch Tertti Manor, eine Farm mit riesigem Kräuter- und Gemüsegarten. Das rosarot bemalte Holzhaus aus dem späten 18. Jahrhundert ist eine kleine Schatzkammer, irgendwie aus der Zeit gefallen. Die fünf herzigen Restauranträume sind gut besetzt. Tischchen inmitten des Kräutergartens laden zur Rast.

Stoff zum Träumen liefert auch das von Pinien umgebene historische Hotel Punkaharju, unweit Savonlinna. Saimi Hoyer, ein bekanntes ehemaliges finnisches Model, kaufte das zerfallende Haus, renovierte es und eröffnete vor sechs Jahren ein Hotel. Auf der Rückseite führt eine lange steile Treppe direkt vom Wald und vom See hinauf in Saimis Reich, gleichsam in ihren persönlichen Himmel.

«Ich hatte immer Heimweh»: Ex-Model Saimi Hoyer. Foto: PD
«Ich hatte immer Heimweh»: Ex-Model Saimi Hoyer. Foto: PD

Als Saimi genug hatte von Glanz und Gloria, kehrte sie zurück in die finnische Seenlandschaft. «Ich hatte immer Heimweh und wollte mir ein eigenes Refugium am Saimaa-See schaffen», ­erzählt sie.

Saimi, mit Porzellanhaut und roten Haaren, mit goldglänzender Lederjacke und High Heels auch im Wald unterwegs, ist ebenso exzentrisch wie warmherzig. Vor allem aber ist sie umtriebig. Das Ex-Model malt, schreibt Bücher, entwickelt Kulturanlässe, spaziert mit den Gästen durch den Wald mit den hochaufragenden Pinien, Tannen und Birken. Sie sammelt Pilze und Beeren und erzählt die Geschichte ihres ­Anwesens.

Als Pilznärrin nutzt sie jede Gelegenheit für einen Ausflug in die Natur. «Wald und Seen betören die Sinne», sagt sie. «Davon kann man nie genug kriegen.»

Anreise: mit Finnair ab Zürich oder Genf nach Helsinki, www.finnair.com, Mietauto ab Flughafen. Hotels: www.sahanlahtiresort.fi; www.punkaharjuresort.fi; Allg. Infos: www.visitfinland.com; www.visitsaimaa.fi

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