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Kanton und Stadt schaffen gemeinsame Einsatzzentrale

Schneller, effizienter, besser: Die Berner Blaulichtorganisationen rücken im Forsthaus noch näher zusammen.

mb
Kanton und Stadt reichen sich die Hand: Die jeweiligen Sicherheitsdirektoren Philippe Müller (l.) und Reto Nause.
Kanton und Stadt reichen sich die Hand: Die jeweiligen Sicherheitsdirektoren Philippe Müller (l.) und Reto Nause.
zvg

Ab 2021 betreiben Kanton und Stadt Bern im Forsthaus eine gemeinsame kantonale Einsatzzentrale für die Kantonspolizei, die Feuerwehr und die Rettungsdienste. Damit entsteht dort laut Kanton und Stadt Bern eine der grössten Einsatzzentralen der Schweiz.

Wie Kanton und Stadt Bern am Dienstag gemeinsam mitteilten, ermöglicht die Konzentration an einem Ort eine ganzheitliche gemeinsame Einsatzführung, die für alle Beteiligten und insbesondere für die Bevölkerung Vorteile biete.

Die gemeinsame kantonale Einsatzzentrale (KEZ) werde auf Ereignisse schneller reagieren und die Notrufe zielgerichteter und qualitativ besser bearbeiten können. Aufgrund der gemeinsamen Einsatzzentrale werde die benötigte technische Infrastruktur weniger komplex und längerfristig würden Kosten gespart.

Der kantonale Sicherheitsdirektor Philippe Müller sagte auf Anfrage, in einer gemeinsamen Einsatzzentrale bündle sich die Erfahrung in einem Raum. Wenn beispielsweise jemand im Zusammenhang mit einem Brand die Polizei anrufe, könne die Feuerwehr gleich ihre Erfahrung einbringen und entscheiden, ebenfalls auszurücken.

Die regionale Einsatzzentrale Bern der Kantonspolizei befindet sich derzeit am Berner Nordring. Die Polizistinnen und Polizisten, welche dort arbeiten, haben also ab nächstem Jahr einen neuen Arbeitsplatz.

Stadt und Kanton Bern gehen davon aus, dass ab 2021 in der KEZ an der Murtenstrasse pro Jahr 145'000 Notrufe eingehen und von dort aus 62'000 Notrufeinsätze starten.

«Idealer Zeitpunkt»

Der Zeitpunkt für eine gemeinsame KEZ in Bern sei ideal, schreiben Kanton Bern und Stadt Bern in ihrer Mitteilung: Auf Beginn dieses Jahres führte die Stadt Bern die ehemals getrennten Abteilungen Feuerwehr, Zivilschutz und Quartieramt und die Sanitätspolizei Bern zur neuen städtischen Organisation «Schutz und Rettung Bern» zusammen.

Seither klingelt es bei Schutz und Rettung Bern, wenn jemand im Grossraum Bern die Notrufnummern 118 (Feuerwehr) oder 144 ( Sanität) wählt.

Zudem wurden im neuen kantonalen Polizeigesetz die gesetzlichen Grundlagen für die KEZ geschaffen. Für die Umnutzung bereits bestehender Räume am Sitz von Schutz und Rettung Bern an der Berner Murtenstrasse wird bis Ende Januar ein Baugesuch eingereicht. Die organisatorische Zusammenarbeit werden der Kanton und die Stadt Bern in einer Vereinbarung regeln.

Zentrale Thun bleibt bestehen

Mittelfristig wird es nach der Bildung der neuen, gemeinsamen KEZ in Bern-Forsthaus noch zwei gemeinsame kantonale Einsatzzentralen für die drei Blaulichtorganisationen geben: in Bern und in Biel. Die gemeinsame Einsatzzentrale in Biel funktioniert laut der Mitteilung seit März 2019 erfolgreich.

Wie Regierungsrat Müller sagte, bleibt allerdings - zumindest mittelfristig - die regionale Einsatzzentrale der Kantonspolizei in Thun bestehen. Angedacht ist aber langfristig eine neue Einsatzzentrale im kantonalen Polizeizentrum Niederwangen bei Bern, das etwa 2027 neben der Autobahn A12 in Betrieb genommen werden soll.

Dieses 270-Millionen-Franken-Projekt wird derzeit zur Baureife weiterentwickelt. Mit Blick auf die geplante Einsatzzentrale in Niederwangen ergebe sich nun mit der KEZ Bern-Forsthaus die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln, sagt Philippe Müller.

(SDA)

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