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Wieso muss man das Handy im Flugzeug ausschalten?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Alexandra Bröhm
Die Flugbegleiterin wendet sich an die Passagiere und bittet sie, das Handy auszuschalten oder in den Flugmodus zu switchen. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)
Die Flugbegleiterin wendet sich an die Passagiere und bittet sie, das Handy auszuschalten oder in den Flugmodus zu switchen. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Jetzt schaut sie ganz streng, räuspert sich, und als keine Reaktion kommt, tippt die Flight Attendant dem Passagier auf die Schulter. «Entschuldigen Sie, Sir, Sie müssen das Gespräch beenden, wir starten gleich.» Für die Flight Attendant ist die Szene x-fach wiederholter Alltag, denn noch immer heisst es während der Sicherheitsinformationen: Mitfliegen darf das Handy nur im Flugmodus, vor allem während Start und Landung. Weil sonst das Flugzeug abstürzt, denken Menschen, die an Flugangst leiden. Fürchten sie sich zu Recht, oder warum müssen wir das Handy im Flugzeug noch immer ausschalten?

Wenn sich das Smartphone für ein Gespräch mit der nächstgelegenen Mobilfunkantenne verbindet, sendet es elektromagnetische Wellen. Diese Wellen könnten empfindliche Systeme des Flugzeugs stören, so weit die Theorie, die hinter dem Verbot steckt. Tatsächlich kam es in der Vergangenheit zu einzelnen Berichten von Problemen. Boeing stellte im Jahr 2012 fest, dass elektromagnetische Wellen von Handys gewisse Bildschirme in manchen Flugzeugmodellen stören könnten. Die amerikanische Luftfahrtbehörde erliess deshalb zwei Jahr später sogar eine Warnung.

Zuerst kommt die Sicherheit

Doch die Probleme hatten die Techniker lediglich im Labortest festgestellt, im Flugbetrieb war es zu keinen Zwischenfällen gekommen. Aber in der Luftfahrt gilt als oberstes Prinzip, zuerst kommt die Sicherheit und gleich danach die Sicherheit. Wichtige Systeme an Bord sind deshalb meist zwei- oder dreifach abgesichert.

Inzwischen sind die betroffenen Bildschirme fast alle ausgetauscht. Und neuere Flugzeugmodelle müssen heute alle den Standard Eurocae ED-130 erfüllen. Das bedeutet, der Flugzeughersteller muss bei der Zertifizierung beweisen, dass sich alle wichtigen Systeme nicht von elektromagnetischen Wellen stören lassen. Und es gibt keinen bekannten Fall, bei dem ein Handy ein Flugzeug in Schwierigkeiten gebracht hätte. Denn wäre die Gefahr tatsächlich so gross, würden die Flight Attendants am Flugzeugeingang wohl mit einem grossen Korb warten, in den jeder schon beim Einsteigen sein Handy legen müsste.

Kostenfalle Roaming

Auch wenn ein eingeschaltetes Handy das Flugzeug also nicht vom Himmel holt, gibt es durchaus andere wichtige Gründe, weshalb man seine Geräte alle in den Flugmodus stellt. Erst kürzlich erzählte der «Guardian» die Geschichte einer Engländerin, die während des Langstreckenflugs nach Barbados vergass, ihr Handy auszuschalten. Nach den Ferien bekam sie eine Roaming-Rechnung von rund 1000 Pfund. Das Smartphone hatte während des langen Flugs immer wieder über Satellit eine Verbindung aufgebaut. Und das wird dann eben richtig teuer.

Ausserdem muss man sich nur vorstellen, die Mitreisenden, die einen schon während einer kurzen Tram-, Bus- oder Zugfahrt mit ihren Telefongesprächen nerven, würden neun Stunden in einem engen Flugzeug neben einem sitzen, und am Handy ihr Beziehungsleben ausbreiten.

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