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LeserreaktionenAuch das Verkaufspersonal verdient gebührenden Dank

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Gerade im Verkauf ist es besonders Schwierig, den empfohlenen Abstand immer einzuhalten.
Gerade im Verkauf ist es besonders Schwierig, den empfohlenen Abstand immer einzuhalten.
Keystone

Zu «Gefährdet – und doch am Arbeitsplatz»

Auch das Verkaufspersonal verdient gebührenden Dank

Wäre es nicht an der Zeit, dem Verkaufspersonal endlich einmal den gebührenden Respekt zu zollen? Schlecht bezahlt, lange Präsenzzeit, Abend- und Sonntagsverkäufe und nun müssen sie auch noch bei diesen Extrembedingungen an der Kasse arbeiten und die Gestelle ständig nachfüllen, damit wir es uns gut gehen lassen können im geschützten Zuhause. Sie verdienen, wie auch das Pflegepersonal, gebührenden Dank.

Markus Jauslin, Steffisburg

Zu «Seilziehen um Prüfungen bei Politik und Verbänden»

Mut zu unkonventionellen Lösungen nötig

Ordentlicherweise sind für das Gelingen einer Matura oder des Abschlusses einer Berufslehre die Beurteilungen von Leistungen während der Unterrichtszeit und die Resultate der Abschlussprüfungen gleichwertig massgebend. In Anbetracht der vom Bundesrat verhängten ausserordentlichen Lage ist Mut zu unkonventionellen Lösungen nötig. Ein Verzicht auf sämtliche Abschlussprüfungen auf der Sekundarstufe II in diesem Schuljahr erscheint unter den herrschenden Umständen als angemessen. Erfahrungsgemäss reüssieren ohnehin nahezu alle Kandidatinnen und Kandidaten bei solchen Abschlussprüfungen. Wer von acht Semestern Gymnasium deren sieben erfolgreich durchlaufen hat, scheitert auch im letzten nicht. Dasselbe gilt für die Lernenden in Berufsschulen. Die Erfahrungsnoten für die Abschlusszeugnisse liegen vor und würden für einmal doppelt, anstatt nur zur Hälfte für die Matura respektive das Diplom berücksichtigt.

Theo Margot, Zollikofen

Zu «Wurde die Eindämmung des Virus verpasst?»

Jetzt ist die Stunde des Zivildienstes

Die aktuelle Medienberichterstattung ist auf Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialpolitik ausgerichtet. Dabei ist Corona ein zentrales Thema der Sicherheitspolitik. Cyber- und Coronaviren sind die Bedrohungen der Zukunft. Kollateralschäden in Wirtschaft, Sozialversicherungen, AHV und Pensionskassen in unserer alternden Gesellschaft müssen gestemmt werden. Diese ausserordentliche Lage ist nicht nur Gesundheitspolitik, sondern auch Sicherheitspolitik. Weitere konventionelle Rüstungsausgaben für
Kampfflieger, Panzer, Artillerie und Bodentruppen sind fragwürdig und nicht mehr finanzierbar geworden. Sanitäts-, Rettungs-, Betreuungs-, ABC-, Territorial- und Sicherungstruppen sind konsequent weiter auszubauen. Zudem ist es die Stunde und Zukunft des Zivildienstes. Die Milliardenabstimmung im Herbst für einen neuen Kampfjet hat mit Blick auf die Corona-Kosten keine Chance mehr beim Souverän.

Roger Schärer, Trin Mulin

Zu «Ökologischere Motorfahrzeugsteuern gehen in die Vernehmlassung»

Mit Verursacherprinzip hat das nichts zu tun

Diese Steuer ist mittelalterlich. Mit Verursacherprinzip hat das nichts zu tun. Gleiche Modelle zahlen gleiche Steuern, egal, wie hoch die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur ist. Wer mit einem SUV wenige Kilometer fährt und insgesamt einen kleinen CO2-Ausstoss hat, wird zur Kasse gebeten, weil der SUV ein schweres Fahrzeug ist. Es gibt nur eine faire Lösung: Bei Verbrennern muss die Steuer über den Kraftstoffpreis einkassiert werden. Bei Elektrowagen muss der CO2-Ausstoss bei Fahrten (Strommix) sowie die CO2-Menge bei der Produktion des Fahrzeugs gebührend berücksichtigt werden. Und vor allem: Die Kilometerleistung muss eine Rolle spielen. Wie man das umsetzen kann, wissen entsprechende Experten sicher schon lange.

Rolf Wegner, Ostermundigen

Zu «Bauern hoffen auf Quereinsteiger»

Versorgungslücken entstehen schnell

In aller Härte wird uns vorgeführt, wie schwach und verletzlich wir Menschen sind. Nachdem über Jahre alles der Gewinnmaximierung unterstellt wurde, merken wir, wie schnell es zu Versorgungslücken mit allen lebensnotwendigen Gütern kommen kann. Neben dem Vertrieb und der Logistik kommt der Landwirtschaft eine zentrale Rolle bei der Grundversorgung zu. Es zeigt sich, dass die Versorgung mit Lebensmitteln systemrelevant ist. Dabei nur auf andere Staaten zu vertrauen, wie es viele Initiativen fordern, ist mehr als fahrlässig. Es braucht einen Systemwechsel, der die Schweizer Landwirtschaft entbürokratisiert und der Produktion von heimischen Lebensmitteln wieder mehr Raum gibt.

Andreas Bürki, Richigen

Zitat des Tages

«Es braucht einen Systemwechsel, der die Schweizer Landwirtschaft entbürokratisiert und der Produktion von heimischen Lebensmitteln
wieder mehr Raum gibt.»

Andreas Bürki, Richigen

Zu «Kein Joggen, kein Velo, nada – nichts»

Noch sind wir verschont worden

Noch sind wir von den Behörden verschont worden – die totale Ausgangssperre wurde nicht verhängt. Damit es nicht so weit kommt, ist nun wirklich jeder Einzelne von uns gefragt, Selbstdisziplin und Selbstverantwortung zu zeigen. Halten wir uns an die Vorgaben des BAG und bleiben wir zu Hause – wenn wir nach draussen müssen, dann nur für lebensnotwendige Dinge. Es macht traurig, gleichgültige oder ignorante Mitmenschen zu sehen. Das Gesundheitspersonal, das schon in normalen Zeiten sehr ausgelastet ist, leistet in dieser Krise einen enorm wichtigen und unverzichtbaren Dienst. Es ist zudem einem besonderen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Was geschieht, wenn dieses Personal durch unsere Unzuverlässigkeit und Unachtsamkeit ausfällt? Wer pflegt und versorgt dann die Kranken? Jeder von uns kann jetzt dazu beitragen, dass unser Gesundheitssystem nicht kollabiert.

Duangjan Kunz, Matten

Zu «Nun breitet sich auch das Virus Hunger aus»

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Als gebürtiger Italiener und als Schweizer Bürger beobachte ich die Corona-Krise mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Der Bundesrat tritt seriös und fokussiert auf, ohne Allüren, jeder in seinem Fachwissen sattelfest argumentierend, mit der nötigen Demut. In Italien reden zwar alle Protagonisten von Einigkeit in dieser «Situazione di guerra», jedoch sind der politische Machtkampf und die gegenseitigen Anschuldigungen ständig präsent. Demut und Respekt kennen sie nicht. Man ist ständig im Show-Modus.

Franco Sommaruga, Oberbottigen